Beim Nichtsein sind wir an der äußersten Grenze dessen angelangt, was Sprache ausdrücken kann. Wir können jedoch durch Sprache andeuten, warum Sprache nicht sagen kann, was sie nicht sagen kann. Ich kann nicht sagen, was nicht gesagt werden kann; Laute jedoch können uns auf das Schweigen hören lassen. Innerhalb der Sprachgrenze ist anzudeuten möglich, wann die Pünktchen beginnen müssen. Doch durch ein Wort, einen Buchstaben, einen Laut, OM kann man nicht einen Laut lautlos machen oder Namenloses benennen. Das Schweigen der Vorformung in und mit Sprache kann nicht ausgedrückt werden durch Sprache. Aber Sprache kann man zur Übermittlung dessen benutzen, was sie nicht sagen kann - durch ihre Lücken, durch ihre Leere und ihre Lapsus, durch ihr Netz von Wörtern, Syntax, Lautung und Bedeutungen. Modulationen von Stimmhöhe und -kraft zeichnen die Form präzise nach, ohne den Raum zwischen den Linien auszufüllen. Doch es ist ein grober Fehler, die Linien für die Skizze zu halten oder die Skizze für das, was sie skizziert.
- Ronald D. Laing (Aus: Phänomenologie der Erfahrung. edition suhrkamp 314. Frankfurt/M. °1976.) -






PHILOSOPHIE
der Besserwisser
